Leia, Princess of Alderaan von Claudia Gray

Leia, Princess of Alderaan von Claudia Gray

Die Erfolgsautorin Claudia Gray beschert uns mit Leia, Princess of Alderaan ein weiteres Buch, das sich in den Star Wars Kanon einreiht. Ob es mit ihren vorangegangenen Werken mithalten kann und was euch dabei erwartet, erfahrt ihr im ausführlichen Book Review.

Zuletzt habe ich für euch das Buch Phasma von Delilah S. Dawson rezensiert, heute folgt nun das neuste Werk meiner Lieblingsautorin im Star Wars Bereich. Claudia Gray schrieb im Jahr 2015 für die Journey to the Force Awakens den Bestseller Lost Stars (Verlorene Welten) und 2016 folgte dann ihr Politik-Abenteuer Bloodline (Blutlinie). Beide Bücher werden allgemein als die besten Werke des Kanons gehandelt. Ich selbst musste mich oft schon mit dem Dilemma auseinandersetzten, dass ich nicht sagen kann welches das bessere ist. Dementsprechend war ich sehr gespannt auf Leia, Princess of Alderaan und konnte es kaum erwarten zu sehen was Gray mit diesem Charakter anstellte, welchen sie bereits in Bloodline so gut in Szene gesetzt hatte. Ob es Claudia Gray gelungen ist ein drittes Mal das beste zu liefern was der Kanon zu bieten hat, erfahrt ihr nun hier.

Um was geht es in Leia, Princess of Alderaan von Claudia Gray?

Während wir in Bloodline einer gealterten Leia folgten die bereits auf ihre 50 zuschritt und von der Politik genervt war, so wird uns in Claudia Grays neusten Buch eine sehr junge Leia präsentiert. Die Handlung eröffnet mit ihrem sechzehnten Geburtstag und dem damit einhergehenden Day of Demand, einem alten Brauch Alderaans. Leia muss an diesem Tag Anspruch auf den Thron erheben, in dem sie mit einem antiken Schwert ihre Mutter herausfordert. Daraufhin verlangt die Königin von ihr drei Prüfungen zu bestehen, um ihren Wert zu beweisen. Darunter fällt Die Prüfung des Körpers, Die Prüfung des Herzens und Die Prüfung des Verstandes.

Leia, Princess of Alderaan Buchcover

Buchcover zu Leia, Princess of Alderaan von Claudia Gray

Für erstere nimmt Leia an einem Pfadfinder-Training teil, welches sie darauf vorbereiten soll den berühmtesten Berg Alderaans (Apenza Peak) zu erklimmen. Zweiteres besteht aus einer Reihe an Wohlfahrt-Missionen zu Planeten in großer Not. Letzteres beschränkt sich darauf an der Ausbildungs- Legislative auf Coruscant teilzunehmen. Einem Training für anstrebende Senatoren. Dabei lernt Leia Kier Domadi von Alderaan und Amilyn Holdo von Gatalenta kennen, mit welchen sie sich nach einer gewissen Zeit anfreundet. Vor allem zu Kier baut sie eine enge Bindung auf und erwischt sich schon bald dabei, sich ein wenig in ihn verliebt zu haben. Doch all das wird von der Tatsache überschattet das sich Leias Eltern immer weiter von ihr zu entfernen scheinen. Sie beginnen mehr und mehr vor Leia geheim zu halten und wenig mit ihr zu teilen, was die Prinzessin schließlich dazu bewegt eigenhändig Nachforschungen über ihre Eltern anzustellen. Was sie herausfindet, könnte das Ende des Imperiums bedeuten und damit auch das Ende von Palpatines Tyrannei.

Die Kritik

Claudia Gray ist seit Lost Stars dafür bekannt ihre Bücher gekonnt mit dem bestehenden Universum zu verbinden. Während die Handlung ihres ersten Buches sich durch die komplette Timeline der Original Trilogie zog und gekonnt mit derren Events verband, so lieferte Bloodline eine wunderschöne Brücke zwischen Rückkehr der Jedi-Ritter und Das Erwachen der Macht. Ihr neustes Werk schafft es diese beiden Kunststücke noch zu übertreffen. Leia, Princess of Alderaan verbindet sich mit Rogue One, Eine neue Hoffnung, Lost Stars, Bloodline, der Prequel Trilogie, und schließlich auch mit dem kommenden achten Teil der Sternensaga. Diese unglaubliche Masse an Verbindungen die alle gekonnt und behutsam eingesetzt wurden, erstaunten mich mehrmals und bereichern das Lesevergnügen ungemein. Dabei sind sie sehr subtil und können einem auch mal schnell entgehen, wenn man nicht weiter darüber nachdenkt. In dieser Hinsicht hat sich Claudia Gray wieder einmal selbst übertroffen, ansonsten ist das Buch jedoch nicht ihr stärkstes. Leia, Princess of Alderaan ist gut geschrieben und stellt mehrere interessante Fragen, erzählt jedoch eine sehr langsame Geschichte mit wenig Aufregung.

Viele Teile des Buches können nur durch den gelungenen Schreibstil und die interessanten Nuancen begeistern, die Momente bei welchen man wirklich mitfiebern kann sind wenige und auf die Geschichte gezielt und behutsam aufgeteilt. Das muss nicht unbedingt schlecht sein und es gibt sicherlich Leser die sich davon sogar noch viel mehr mitreißen lassen, für mich persönlich war es jedoch nicht ganz so spannend.

Claudia Gray schaffte es in ihren vorherigen Werken die Anzahl an Action-Szenen perfekt abzumessen, um ihre menschlich interessanten Geschichten dennoch wie spannende Abenteuer wirken zu lassen. Speziell am Ende eines jeden Buches wurden wir mit einer nervenaufreibenden Action-Sequenz belohnt. Ihr drittes Buch im Star Wars Franchise ist jedoch kein Abenteuer. Es ist eine intensive Coming of Age Geschichte, welche sich mit Leias ersten Schritten in das Leben einer Erwachsenen und als geheime Agentin der Rebellion beschäftigt, und dabei bewusst auf zweites die gesamte Zeit lang hinarbeitet. Wir erleben sie nie wirklich als Mitglied der Rebellion, sondern viel mehr als jemand der sich als fähig genug beweisen muss. Claudia Gray gelingt dies natürlich perfekt und die Geschichte ist in sich selbst unglaublich gut abgeschlossen, aber dennoch bemerkte ich das ich aufgrund des fehlenden Abenteuergefühl etwas mit dem Buch zu kämpfen hatte.

Damit ordnet sich dieses Buch für mich persönlich auf jeden Fall hinter Lost Stars und Bloodline ein und auch Christie Goldens Schülerin der dunklen Seite steht noch darüber. Aber direkt danach folgt dann Leia, Princess of Alderaan. Dieses Buch hat mir nicht nur wegen seinen gelungenen Verbindungen so gut gefallen, sondern auch weil man einen wundervollen Einblick in Leias Entwicklung bekommt, wir endlich mal selbst mitbekommen wie der imperiale Senat gearbeitet hat und weil Leias Beziehung zu ihren Eltern und Alderaan so gut in Szene gesetzt ist, dass ich die Zerstörung ihres Heimatplaneten aus Episode IV nie wieder mit den selben Augen sehen kann. Auch ihre erste Liebe zu Kier Domadi ist sehr gelungen erzählt und wiedermal beweist hier Claudia Gray das man romantische Liebesgeschichten schreiben kann ohne das man in unnötigen Kitsch verfällt, wie es im Jugendbuchbereich ja leider meistens der Fall ist.

Von den neuen Charakteren hat mich aber vor allem Amilyn Holdo begeistert, welche auch in Episode VIII auftreten wird (verkörpert von Laura Dern). Amilyn ist sehr überdreht und seltsam, kleidet sich in schrillen Klamotten und verliert sich oft in ihrer eigenartigen Gedankenwelt. Sie ist Leia gegenüber jedoch unglaublich loyal, tut stets das richtige und man sollte sie ja zu keinem Zeitpunkt unterschätzen. Ich kann es kaum erwarten zu sehen wie sie in Episode VIII präsentiert wird.

Fazit: Lohnt es sich „Leia, Princess of Alderaan“ zu lesen?

Claudia Gray schrieb erneut eines der stärksten Bücher des Kanons und auch wenn es mit den beiden Vorgängern nicht mithalten kann, so ist es dennoch unglaublich gelungen. Wer immer schon mehr über Leia wissen wollte, ruhigere Geschichten mag, oder einfach nur ein gut vernetztes Kanonwerk lesen möchte, der ist hier auf jeden Fall an der richtigen Adresse. Ein wildes Abenteuer lässt sich in diesem Buch jedoch nicht finden.

Die deutsche Übersetzung von Leia, Princess of Alderaan erscheint am 16. Oktober bei Panini und kann bereits über Amazon für 14,99 Euro vorbestellt werden.

Jetzt seid ihr gefragt. Habt ihr Leia, Princess of Alderaan bereits gelesen oder habt es vor? Schreibt uns eure Meinung weiter unten in die Kommentare oder bei Facebook.