Die Grundierung mittels Surface Primer hat sich in den letzten Jahren als Basis einer perfekten Bemalung etabliert und ist zu einem festen Standard geworden. Vor allem im Bereich der sogenannten Multimedia-Bausätze, die aus unterschiedlichsten Werkstoffen wie Resin, Aluminum oder Fotoätzteile im Zusammenspiel mit Kunstoff bestehen, stellt sie eine unverzichtbare Hilfe bei der anschließenden Lackierung dar.

Die Ausgangsbasis
Stellt euch vor, ihr habt viel Zeit und Herzblut in die Vollendung eines Bausatzes investiert. Habt beim Bau auf unzählige Metall- und Fotoätzteile zurückgegriffen um dem Original so nah wie möglich zu kommen. Nun steht es vor euch, das fertige Werk aus grauem Spritzguss, Aluminum und Messing. Vor euch liegt der letzte und Finale Schritt – die Lackierung.

Nehmt ihr nun eure Airbrush zur Hand, träufelt etwas Farbe in den Farbtrichter der Pistole und fangt an das Modell zu besprühen, wäre der hellgraue Spritzguss nach zwei oder drei dünnen Schichten vermutlich sauber abgedeckt, die Metall- und Fotoätzteile allerdings würden durch die Lackschicht hindurchscheinen. Es wirkt, als wäre das Modell ungleichmäßig und unsauber lackiert.

So etwas sieht nicht nur unschön aus, sondern birgt auch die Gefahr das die Farbe insbesondere auf den Metall- und Fotoätzteilen gar nicht erst haftet und bei Berührung abblättert. Allein bei der reinen Vorstellung kommt Frust auf.

Ein homogener Untergrund
Genau aus diesem Grund gibt es Surface Primer. Zum einen homogenisieren sie das Modell farblich und schaffen dadurch eine einheitliche Oberfläche, zum anderen bilden sie einen idealen Haftgrund für nachfolgende Lackschichten. Vor allem die bereits genannten Multimedia-Bausätze profitieren ungemein von einer Grundierung mittels Surface Primer.

Darüber hinaus erfüllt die Grundierung noch einige andere Aufgaben. Durch die homogene Oberfläche ist es einfacher Baufehler ausfindig zu machen. Darunter fallen unsauber geschliffene Grate, Klebereste oder nicht verspachtelte Auswurfmarken, die sich am Modell befinden.

Außerdem sehen sauber grundierte Modelle auch ohne weitere Lackierung bereits toll aus und es ist ein großartiges Gefühl diesen ersten Schritt der Lackierung abgeschlossen zu haben. Nebenbei vermittelt es den Eindruck von Wertigkeit – dies ist aber meine rein persönliche Meinung.

Ein vielfältiges Angebot
Noch vor einigen Jahren waren Primer im Modellbau keine große Sache. Macht euch doch einmal den Spaß und schaut in 10 oder 15 Jahre alte Modellbau-Zeitschriften, in den unzähligen Bauberichten liest man selten etwas über Grundierungen. Zwar hat man auch dort schon häufig einen neutralen ersten Farbauftrag vorgenommen, auf richtige Surface Primer hat man dabei aber meistens verzichtet. Dies lag unter anderem daran, dass es nur eine bescheidene Auswahl an Produkten gab. Im Zuge der immer Materialkomplexer werdenden Bausätze wurden passende Produkte zur Grundierung allerdings immer wichtiger.

 

Mittlerweile hat die Industrie den Trend voll erkannt und bietet eine Vielzahl an Produkten an. Gab es früher beispielsweise nur graue Primer, hat heutzutage jeder Hersteller gefühlt mindestens zehn unterschiedliche Farben zur Auswahl. Von weiss, grau und schwarz bis hin zu grün, rot und gelb ist alles dabei. Allein der spanische Hersteller Vallejo schafft es hier auf ein Sortiment von fast zwanzig verschiedenen Farben.

Natürlich hat das nicht nur Vorteile. Klar, ein farblich passender Primer kann schon mal die Grundfarbe ersetzen und man spart sich eine weitere Lackschicht. Auch kann man das für sich passende Produkt finden und seinen Workflow darauf perfektionieren. Anfänger allerdings werden von der schieren Masse an Produkten erst einmal erschlagen und müssen sich zurechtfinden.

Auch bei der Art der Anwendung gibt es deutliche Unterschiede, an die man sich erst einmal gewöhnen muss. So gibt es Primer, die mit Airbrush und Pinsel oder nur mittels Airbrush aufgetragen werden und wieder andere, wie etwa die von Tamiya oder Citadel, die es nur aus der Sprühdose gibt. Ihr seht, das ursprünglich so vernachlässigte Gebiet der Primer hat sich zu einer eigenen, kleinen Wissenschaft für sich entwickelt. Es klingt allerdings schwieriger als es tatsächlich ist – versprochen.

Welcher Primer soll es sein?
Nun, hier wird es tatsächlich etwas kompliziert, denn die eine richtige Antwort auf diese Frage gibt es nicht. Wie schon geschrieben hat jeder Hersteller, angefangen von Vallejo, AK Interactive über Tamiya bis hin zu Ammo by Mig Jimenez dutzende Primer im Portfolio, die man erst einmal für sich ausprobieren muss.

Für mich allerdings sollte ein Primer folgende Anforderungen erfüllen:

Perfekte Haftgrund Eigenschaften auf unterschiedlichsten Materialien
Nach Möglichkeit heller Farbton, um Baufehler leichter ausfindig zu machen
Sehr feine Pigmentierung für eine ebenmäßige Oberfläche
Um etwas Licht ins Dunkel zu bringen, habe ich einige Primer unter die Lupe genommen und in ihrer Handhabung getestet. Den Auftakt zum großen Surface Primer Test machen dabei die Produkte von Ammo by Mig Jimenez, die ich euch demnächst vorstellen werde.

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