Die US-Spielzeug-Handelskette Toys R Us hat einen Insolvenzantrag eingereicht. Hohe Schulden und eine stetig wachsende Konkurrenz an Onlinehändlern lassen die Geschäfte des einstigen Giganten ins Wanken geraten. Die rund 1.600 weltweiten Filialen bleiben bislang aber geöffnet.

Die Nachricht verbreitet sich gerade rasant in den sozialen Netzwerken. Der US-amerikanische Spielzeughändler Toys R Us hat bei einem Gericht in Richmond Insolvenz angemeldet. Genauer gesagt hat man einen Gläubigerschutz beantragt, teilte das Unternehmen am Montag mit. Weiter heißt es in einer offiziellen Mitteilung, dass es bereits Zusagen über eine drei Milliarden Dollar schwere Finanzierung gäbe und das die 1.600 Filialen, die sich über die ganze Welt verstreuen, geöffnet bleiben.

Die Kredite werden dabei von einem Konsortium, angeführt von der US-Bank JP Morgan, zur Verfügung gestellt. Bevor die Kredite allerdings ausgezahlt werden können, muss ein Gericht diese vorher genehmigen. Die Insolvenz gilt dabei nur für die Geschäfte in den USA und Kanada. Die verschiedenen europäischen Ländergesellschaften bleiben davon gänzlich unberührt.

Druck aus dem Onlinehandel

Insbesondere der Druck der zahlreichen Onlinehändler macht Toys R Us zu schaffen. Man hat in den vergangenen Jahren einfach versäumt sich hier strategisch zu positionieren und sich gegen etablierte Handelsgiganten wie etwa Amazon zu behaupten. Rückläufige Verkaufszahlen führten daher zu einem Verlust von 164 Millionen Dollar bei einem Umsatz von 2,2 Milliarden Dollar im zweiten Quartal. Die Kreditwürdigkeit des Unternehmens wurde währenddessen von der Ratingagentur Standards & Poor’s herabgestuft.

Hersteller wie Mattel oder Hasbro, die zu den Kernlieferanten von Toys R Us gehören, mussten Einbrüche ihrer Aktienkurse hinnehmen und werden die rund 875 Filialen in den USA nur noch eingeschränkt beliefern. So möchte man die Gefahr unbezahlter Rechnungen umgehen. Bei Toys R Us kommt man dadurch in die missliche Lage, die Lagerbestände nicht mehr auffüllen zu können. Besonders im Hinblick auf das nahende Weihnachtsgeschäft, in denen das Unternehmen 40% seiner jährlichen Umsätze generiert, eine verzwickte Situation.

Europa von Toys R Us Insolvenz nicht betroffen

Um es noch einmal deutlich zu sagen, die europäischen Ländergesellschaften mit unter anderem 66 Filialen in Deutschland, 15 in Österreich und 10 in der Schweiz sind von der Insolvenz nicht betroffen. So könnt ihr weiterhin Spielzeuge im Toys R Us Online Shop  bestellen oder direkt in den Ladengeschäften kaufen.

Insolvenz absehbar?

Schon lange mutmaßte man in Fachkreisen über eine mögliche Insolvenz. Zum einen befeuerten die eingeschränkten Lieferungen seitens der Spielzeughersteller, zum anderen die langfristigen Schulden, von mittlerweile rund fünf Milliarden Dollar, diese Spekulationen.

Wie viele andere stationäre Handelsketten, hat auch Toys R Us in den vergangenen Jahre den Fehler gemacht nicht konsequent auf den Onlinehandel zu setzen. In Zeiten in denen Käufe in großen Teilen bereits online stattfinden, ist dies ein fataler Fehler. Konzernchef Dave Brandon spricht unterdessen vom Anbruch einer neuen Ära und man kann dem Unternehmen nur wünschen, dass es sich neu aufstellt und die Weichen für die Zukunft stellt.

Wie seht ihr das mit der Insolvenz? Absehbar oder doch überraschend? Und kauft ihr eure Collectibles mittlerweile fast nur noch Online? Schreibt es uns in die Kommentare weiter unten und schaut bei Facebook vorbei.